Warum Bedrock nicht einfach auf Java funktioniert
Deine Freunde spielen Minecraft auf dem Handy oder mit „Minecraft for Windows“, du verwendest Java Edition am PC? Ihr habt dasselbe Spielprinzip, aber unterschiedliche Editionen. Ein normaler Java-Server akzeptiert standardmäßig keine Bedrock-Verbindungen. Auch Paper allein ändert daran nichts.
Für diese Anleitung bleibt eure Welt auf einem Java-Server mit Paper. Geyser übersetzt die Verbindung von Bedrock zu Java. Floodgate ergänzt die Anmeldung für Spieler mit einem Bedrock-Konto, die keine zusätzliche Java-Lizenz besitzen. Java-Spieler verbinden sich weiterhin wie gewohnt.
Was die beiden Projekte jeweils übernehmen, erklärt unser Beitrag Geyser und Floodgate: Was ist der Unterschied?. Die grundlegenden Unterschiede bei Geräten, Welten und Erweiterungen findest du im Vergleich von Java und Bedrock.
Was du vor der Installation brauchst
- Einen laufenden Paper-Server und Zugriff auf Dateien, Konsole und Neustart.
- Ein vollständiges Backup von Welt, Plugins und Konfiguration, besonders vor einem Wechsel der Server-Software.
- Geyser und Floodgate als passende Spigot-/Paper-Downloads. Die Dateinamen heißen üblicherweise
Geyser-Spigot.jarundfloodgate-spigot.jar. - Einen freien, vom Hoster zugewiesenen Port für Bedrock. Je nach Geyser-Verbindungsart werden UDP und zusätzlich TCP benötigt.
- Eine von deinem Geyser-Build unterstützte Bedrock-Version und eine kompatible Java-Server-Version.
Prüfe vor dem Download die aktuell unterstützten Versionen . Falls dein Java-Server die von Geyser verwendete Java-Protokollversion nicht akzeptiert, kann ViaVersion erforderlich sein. Geyser ist kein allgemeiner Übersetzer für beliebige alte oder zukünftige Versionen.
Diese Schritte gelten für einen einzelnen Paper-Server. Bei Velocity oder BungeeCord gehört Geyser in der Regel auf den Proxy; verwende dafür die plattformspezifische Anleitung. Eine Vanilla-Installation lädt die hier beschriebenen Plugins nicht. Siehe auch Paper, Forge und Fabric im Vergleich.
1. Geyser und Floodgate auf Paper installieren
- Erstelle das Backup und stoppe den Server vollständig.
- Lade die Paper-/Spigot-Versionen von Geyser und Floodgate auf der offiziellen Downloadseite herunter. Verwende keine zufälligen Reuploads.
- Lade beide JAR-Dateien in den Ordner
plugins/deines Java-Servers. Spieler müssen die Plugins nicht auf ihrem Gerät installieren. - Starte den Server. Kontrolliere in der Konsole, ob beide Plugins ohne Fehler geladen wurden und ihre Konfigurationsordner angelegt haben.
- Stoppe den Server erneut, bevor du die erzeugten Dateien bearbeitest.
Die Geyser-Datei liegt bei der Spigot-Variante üblicherweise unter plugins/Geyser-Spigot/config.yml. Floodgate legt seinen eigenen Ordner unter plugins/ an. Die genaue Schreibweise kann vom Build abhängen. Nutze für Änderungen einen vollständigen Neustart statt /reload.
2. Den Bedrock-Port richtig freigeben
Der Standardport für Bedrock ist 19132; bei einem gemieteten Server kann dir ein anderer Port zugeteilt sein. Trage ausschließlich einen Port ein, der deinem Server tatsächlich zugewiesen und freigegeben ist. Ein Eintrag in einer YAML-Datei legt keine neue Portfreigabe an.
Frage bei MCHosting im Support nach einem zusätzlichen passenden Port, falls im Panel keiner ausgewiesen ist. Nenne dabei, dass du Geyser für Crossplay einrichten möchtest. Eine beliebige zusätzliche Portzuweisung wird durch diese Anleitung nicht zugesagt.
Aktuelle Builds mit NetherNet
Die aktuelle offizielle Geyser-Anleitung beschreibt NetherNet. Bei der eingebauten Signalisierung muss der Bedrock-Port über TCP und UDP erreichbar sein. Verwende dafür einen freien Port, der sich vom Java-Port unterscheidet. Das folgende Beispiel zeigt nur den zu bearbeitenden Ausschnitt, keine vollständige Konfiguration:
bedrock:
port: 19132
transport: nethernetErsetze 19132 durch deinen zugewiesenen Port. Bei transport: both kommt laut Geyser-Dokumentation ein eigener UDP-Port unter webrtc-port hinzu. Dafür brauchst du eine weitere geeignete Zuweisung. Nutze diese Option nur, wenn du die zusätzliche Kompatibilität benötigst und die Ports bereitstehen.
Ältere Builds mit RakNet
Beim klassischen RakNet-Verbindungsweg läuft die Bedrock-Spielverbindung über UDP. Eine reine TCP-Freigabe reicht dafür nicht. Ältere Konfigurationen haben möglicherweise noch kein transport-Feld. Übernimm neue Felder deshalb nur, wenn dein installierter Build sie unterstützt, und halte dich an dessen Dokumentation.
Bei eigenem Hosting müssen Firewall, Router und gegebenenfalls Container dieselben benötigten Protokolle durchlassen. Ein Web-Proxy oder ein gewöhnlicher TCP-Tunnel ersetzt keine UDP-Freigabe. Für NetherNet mit eigener Signalisierung erklärt Geyser außerdem die Einrichtung von HTTPS , um die Vertrauensabfrage bei der ersten Verbindung zu vermeiden.
3. Floodgate als Anmeldung einstellen
Suche in der erzeugten Geyser-Konfiguration nach auth-type und setze den Wert auf floodgate. Aktuelle Konfigurationen führen die Java-Verbindung unter java; ältere verwenden remote. Bearbeite den vorhandenen Abschnitt, statt beide Varianten einzufügen.
Ein Ausschnitt für eine Konfiguration mit dem Abschnitt java sieht so aus:
java:
auth-type: floodgateBei einer älteren Datei steht entsprechend auth-type: floodgate im vorhandenen remote-Abschnitt. Lass automatisch erkannte Zieladresse und Zielport bei einer einfachen Plugin-Installation unverändert, sofern die offizielle Anleitung deines Builds nichts anderes verlangt.
Floodgate benötigt keine zusätzliche Java-Lizenz für den Bedrock-Spieler, aber weiterhin eine berechtigte Bedrock-Installation und ein gültiges Microsoft-/Xbox-Konto. Bei Geyser und Floodgate auf demselben Paper-Server wird die Zusammenarbeit üblicherweise automatisch erkannt. Veröffentliche die von Floodgate erzeugte key.pem niemals. Separate Geyser-Instanzen und Proxy-Netze benötigen zusätzliche Konfiguration nach der Floodgate-Dokumentation.
4. Neustarten und mit beiden Editionen testen
- Speichere die Änderungen und starte den Server vollständig neu.
- Prüfe die Konsole auf YAML-Fehler, fehlende Abhängigkeiten und Meldungen wie „Address already in use“.
- Verbinde dich zuerst mit Java über die bisherige Java-Adresse und den Java-Port.
- Öffne auf einem unterstützten Bedrock-Gerät „Spielen“, „Server“ und „Server hinzufügen“. Gib die öffentliche Serveradresse und den Bedrock-Port aus der Geyser-Konfiguration ein. Die Bezeichnungen können je nach Version abweichen.
- Teste gemeinsam Beitritt, Chat, Bauen, Inventar, Teleports, Rechte und deine wichtigsten Plugins.
Eine Java-Subdomain mit SRV-Eintrag ersetzt bei Bedrock nicht die explizite Portangabe. Nutze eine vom Hoster bestätigte Bedrock-Adresse oder die öffentliche Server-IP. Der Name muss auf den tatsächlich erreichbaren Server zeigen.
Konsole ist nicht gleich Handy: Auf Windows, Android und iOS lassen sich externe Server üblicherweise direkt hinzufügen. Xbox, PlayStation und Nintendo Switch bieten diesen Weg in der Regel nicht frei an. Zusätzliche Lösungen können nötig sein und hängen von Plattform und Netzwerk ab. Geyser und Floodgate allein entfernen diese Einschränkungen nicht.
Wenn der Beitritt nicht klappt
- Server nicht erreichbar: Adresse, zugewiesenen Bedrock-Port und benötigte TCP-/UDP-Freigaben prüfen. Bei
bothauch den zusätzlichen UDP-Port kontrollieren. - Port bereits belegt: Prüfe Java-Server, andere Geyser-Instanzen, Query und Voice-Chat-Plugins. Nutze einen freien zugewiesenen Port.
- Veralteter Client oder Server: Vergleiche Bedrock-, Geyser- und Java-Version mit der aktuellen Kompatibilitätsliste; ViaVersion nur bei passendem Bedarf ergänzen.
- Java-Anmeldung wird verlangt: Prüfe, ob Floodgate geladen ist,
auth-typeauffloodgatesteht und nach der Änderung neu gestartet wurde. - Whitelist oder Rechte blockieren: Bedrock-Spieler haben mit Floodgate eigene Identitäten und oft einen Namenspräfix. Vergib Rechte und Whitelist-Einträge anhand der tatsächlichen Floodgate-Identität; ändere den Präfix nicht unüberlegt.
- Ein Plugin funktioniert nur bei Java: Teste es gezielt mit Bedrock. Java-Mods, eigene Oberflächen und bestimmte Anti-Cheat-Prüfungen sind nicht automatisch kompatibel.
Für Support helfen Geyser-Version, Server-Version, Fehlermeldung und Portangaben. Entferne Schlüssel, Tokens und sonstige Zugangsdaten aus Logs und Konfigurationsausschnitten.
Häufige Fragen
Reicht Geyser allein?
Für die Protokollübersetzung ja. Ohne Floodgate benötigen Bedrock-Spieler bei der üblichen Online-Anmeldung zusätzlich einen berechtigten Java-Account. Für Zugang nur mit Bedrock nutzt du Geyser zusammen mit Floodgate.
Muss ich einen Bedrock Dedicated Server installieren?
Nein. Für diesen Crossplay-Weg bleibt dein Server ein Java-Server mit Paper. Ein nativer Bedrock-Server ist eine andere Lösung.
Funktioniert damit jedes Modpack?
Nein. Mods, die auf dem Java-Client installiert sein müssen, werden durch Geyser nicht auf Bedrock verfügbar. Auch Plugins und Ressourcenpakete können Anpassungen brauchen.
Was passiert mit bestehenden Inventaren?
Java- und Floodgate-Identitäten sind nicht automatisch derselbe Spieler. Sichere deine Daten und prüfe eine mögliche Kontoverknüpfung anhand der offiziellen Floodgate-Anleitung, bevor du Identitäten oder Anmeldearten änderst.
Offizielle Quellen und nächster Schritt
- Geyser: Einrichtung und Portfreigaben
- Floodgate: Einrichtung
- Geyser: Unterstützte Versionen
- Offizielle Downloads
Redaktionsstand: 16. Oktober 2026. Die offiziellen Anleitungen wurden für diesen Beitrag geprüft; Konfiguration und unterstützte Versionen können sich ändern.
Du möchtest zuerst die Rollen der Plugins verstehen? Lies Geyser und Floodgate im Vergleich.