Java und Bedrock: zwei Editionen, zwei Serverwelten
Minecraft Java Edition und Minecraft Bedrock Edition sehen ähnlich aus, sind technisch aber unterschiedliche Spiele. Sie verwenden verschiedene Netzwerkprotokolle und Weltformate. Ein Java-Server kann deshalb standardmäßig keine Bedrock-Spieler aufnehmen. Ein normaler Bedrock Dedicated Server nimmt umgekehrt keine Java-Clients auf.
Java läuft auf Windows, macOS und Linux. Bedrock ist unter anderem auf Windows, Android, iOS und Konsolen verbreitet. Auf Windows sagt „PC“ allein also noch nichts über die Edition aus. Prüfe im Launcher, ob du „Java Edition“ oder „Minecraft for Windows“ startest.
Java bietet das bekannte Paper-Plugin- und Java-Mod-Ökosystem. Bedrock verwendet Add-ons sowie Behavior- und Resource-Packs. Welten und Erweiterungen lassen sich nicht einfach austauschen. Den ausführlichen Überblick findest du unter Minecraft Java oder Bedrock: Welche Edition passt?.
Für gemischte Gruppen gibt es eine Brücke: Bedrock-Spieler verbinden sich über Geyser mit einem Java-Server. Wie du diese Brücke auf Paper einrichtest, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für Geyser und Floodgate.
Was macht Geyser?
Geyser ist der Übersetzer für die Verbindung. Es nimmt das Bedrock-Protokoll entgegen und übersetzt die Kommunikation zum Java-Server und zurück. Dadurch kann ein Bedrock-Client in einer Java-Welt mitspielen, obwohl der Server von sich aus nur Java versteht.
Geyser ist unter anderem als Plugin für Paper/Spigot, für Proxys und als eigenständige Anwendung verfügbar. Für einen einzelnen Paper-Server ist die Plugin-Variante ein naheliegender Einstieg. Spieler auf Handy oder Windows-Bedrock installieren dabei kein Java-Plugin auf ihrem Gerät.
Geyser ändert die Grundlage des Servers nicht: Welt, Spiellogik und serverseitige Erweiterungen bleiben Java-basiert. Es wandelt keine Java-Mods in Bedrock-Add-ons um und konvertiert auch nicht einfach eine Bedrock-Welt in eine Java-Welt.
Was macht Floodgate?
Floodgate ergänzt die Anmeldung. Normalerweise erwartet ein Java-Server im Online-Modus einen berechtigten Java-Account. Floodgate ermöglicht Bedrock-Spielern mit gültigem Microsoft-/Xbox-Konto den Zugang über Geyser, ohne zusätzlich eine Java-Lizenz zu benötigen.
Floodgate ersetzt die Protokollübersetzung nicht. Es öffnet allein keinen Bedrock-Verbindungsweg zu einem Java-Server. Für diesen Zweck arbeitet es mit Geyser zusammen.
„Ohne Java-Lizenz“ bedeutet nicht „ohne Minecraft“ oder „ohne Anmeldung“: Eine berechtigte Bedrock-Installation und die erforderliche Kontoanmeldung bleiben nötig. Der Java-Server muss dafür nicht pauschal auf Offline-Modus umgestellt werden.
Floodgate-Spieler erhalten eigene Identitäten. Ein Namenspräfix hilft, Überschneidungen mit Java-Namen zu vermeiden. Gleiche oder ähnliche Namen bedeuten nicht automatisch gleiche Inventare, Rechte oder Whitelist-Einträge. Kontoverknüpfung ist ein eigenes Thema und sollte mit Backup geplant werden.
Wann brauchst du welches Plugin?
Geyser ohne Floodgate
Geyser stellt die technische Verbindung her. Bei der üblichen Online-Anmeldung benötigt ein Bedrock-Spieler dann zusätzlich einen berechtigten Java-Account. Das kann passen, wenn alle Mitspieler beide Editionen besitzen und den vorgesehenen Anmeldeweg verwenden.
Geyser mit Floodgate
Diese Kombination ist für Gruppen sinnvoll, in denen manche nur Bedrock besitzen. Geyser übersetzt das Protokoll, Floodgate übernimmt deren Zugang ohne zusätzliche Java-Lizenz. Java-Spieler verbinden sich weiterhin direkt mit dem Java-Server.
Floodgate ohne Geyser
Floodgate allein übersetzt keine Spielverbindung. Wer es nur in den Plugin-Ordner legt, hat damit noch keinen Crossplay-Server eingerichtet.
Nur Bedrock-Spieler
Wenn ihr ausschließlich Bedrock verwendet und Bedrock-Spielverhalten oder Add-ons benötigt, kann ein nativer Bedrock Dedicated Server besser passen. Dafür brauchst du diese Java-Crossplay-Brücke nicht. Prüfe auch hier, ob die Geräte deiner Gruppe externe Server direkt hinzufügen können.
So läuft ein Crossplay-Beitritt ab
- Ein Bedrock-Spieler verbindet sich zur öffentlichen Geyser-Adresse und zum dafür eingerichteten Bedrock-Port.
- Geyser übersetzt die Kommunikation für den Java-Server.
- Bei aktivierter Floodgate-Anmeldung wird die Bedrock-Identität für den Zugang verwendet.
- Der Spieler betritt die Java-Welt und kann dort gemeinsam mit Java-Spielern spielen.
Die beiden Aufgaben bleiben getrennt: Eine richtige Anmeldung hilft nicht, wenn der Port unerreichbar ist. Ein offener Port hilft nicht, wenn die Versionen oder die Anmeldung nicht passen.
Bei der klassischen RakNet-Verbindung benötigt Geyser UDP. Aktuelle Builds unterstützen auch NetherNet; bei eingebauter Signalisierung kommen TCP-Anforderungen hinzu. Deshalb sollte man alte Tipps zur Portfreigabe nicht ungeprüft übernehmen. Unsere Anleitung erklärt die Varianten und die nötige Portzuweisung.
Was Crossplay nicht automatisch löst
- Java-Modpacks: Bedrock kann keine Java-Client-Mods ausführen. Ein Modpack, das solche Mods voraussetzt, wird durch Geyser nicht einfach kompatibel.
- Plugins und Anti-Cheat: Unterschiedliche Bedienung und Bewegung können Anpassungen erfordern. Teste Rechte, Menüs, Kämpfe und Anti-Cheat mit beiden Editionen.
- Spielmechanik: Ihr spielt auf einem Java-Server. Gewohnheiten aus Bedrock, etwa bei Redstone oder Kampf, können davon abweichen.
- Ressourcenpakete: Java-Ressourcenpakete funktionieren nicht automatisch auf Bedrock. Je nach Inhalt ist eine angepasste Bedrock-Version nötig.
- Konsolen: Xbox, PlayStation und Switch erlauben das freie Hinzufügen externer Server in der Regel nicht direkt. Geyser und Floodgate schalten diese Plattformfunktion nicht frei.
- Versionswechsel: Neue Minecraft-Versionen können ein Geyser-Update oder weitere Kompatibilitätsmaßnahmen erfordern. Prüfe die unterstützten Versionen vor Updates.
Crossplay sollte deshalb vor dem Start einer dauerhaften Welt mit den tatsächlichen Geräten und den gewünschten Plugins getestet werden.
Welche Lösung passt zu deiner Gruppe?
Alle spielen Java? Dann brauchst du Geyser und Floodgate für diese Gruppe nicht. Wähle die Server-Software nach Plugins und Mods.
Java und Bedrock sollen gemeinsam in einer Java-Welt spielen? Plane Geyser ein. Sollen Bedrock-Spieler ohne zusätzliche Java-Lizenz beitreten, ergänze Floodgate.
Ihr wollt eine reine Bedrock-Welt mit Bedrock-Add-ons? Prüft einen nativen Bedrock-Server und die Verbindungswege eurer Geräte.
Für die praktische Umsetzung auf einem einzelnen Paper-Server geht es hier weiter: Minecraft Crossplay mit Geyser und Floodgate einrichten. Dort findest du Downloads, Konfiguration, Portfreigaben und einen gemeinsamen Verbindungstest.
Häufige Fragen
Sind Geyser und Floodgate Alternativen?
Nein. Geyser übersetzt das Protokoll, Floodgate ergänzt die Anmeldung. Für Bedrock-Zugang ohne zusätzliche Java-Lizenz werden beide kombiniert.
Ist auf einem gemieteten Java-Server automatisch Bedrock dabei?
Nein. Ein Java-Server akzeptiert Bedrock nicht standardmäßig. Dafür müssen Geyser und gegebenenfalls Floodgate eingerichtet sowie die passenden Ports zugewiesen und freigegeben sein.
Brauchen Java-Spieler dafür ein Plugin?
Für die beschriebene Paper-Installation nicht. Die Plugins laufen auf dem Server; Java-Spieler verbinden sich wie bisher.
Wird mein Java-Server dadurch ein Bedrock-Server?
Nein. Bedrock-Spieler erhalten über die Übersetzung Zugang zu einer Java-Welt. Das ist etwas anderes als ein Bedrock Dedicated Server.
Offizielle Quellen
- GeyserMC: Projektüberblick
- Geyser: Einrichtung
- Floodgate: Einrichtung und Anmeldung
- Unterstützte Versionen
Redaktionsstand: 16. Oktober 2026. Die offiziellen Projektinformationen wurden für diesen Beitrag geprüft. Unterstützte Versionen und Verbindungswege können sich ändern.